CSS3: Leitfaden für Webdesigner

Neue Seite der Bundesregierung – mit abgeschalteter Skalierung

Die neue Seite der Bundesregierung ist gelaunched (www.bundesregierung.de). Ist soweit ganz schick, mit einer Slideshow auf der Startseite, wie man es häufiger sieht.
Ich war neugierig, was für eine Figur die Seite auf meinem Android-Handy macht. Es gibt keine eigene angepasste Version, sondern nur die normale – was ein bisschen schade ist, aber vielleicht verzeihbar. Was allerdings nicht verzeihbar ist, ist dass die normale Skalierung ausgeschaltet ist.
Hintergrund: Die modernen Smartphones skalieren gängige Webseiten soweit, dass sie als Ganzes auf den kleinen Bildschirm passen. So hat der Benutzer einen Überblick und kann dann den Ausschnitt, der ihn interessiert, vergrößern.
Dieses Verfahren haben Smartphones adaptiert, um mit der Masse der nicht optimierten Seiten umzugehen.
Seite der Bundesregierung auf einem iPhone
Diese Skalierung ist aber auf der Seite der Bundesregierung ausgeschaltet über folgende Meta-Angabe:
<meta name="viewport" content="width=device-width; initial-scale=1.0;" />
Ergebnis: Man sieht einen sehr kleinen Ausschnitt, und muss erst die Webseite verkleinern, um einen Überblick zu erhalten.
Wie das beispielsweise auf einem iPhone aussieht, zeigt der Screenshot.

Die verwendete Meta-Angabe ist eine wichtige Metaangabe – aber nur wenn man eine optimierte Webseite für kleinere Bildschirm bereitstellt (beispielsweise wenn man ein responsive Design über CSS3 Media Queries erstellt). Sonst sollte man sie weglassen, weil sie mehr Schaden anrichtet.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die neue Webseite von Barack Obama (http://www.barackobama.com/). Sie verwendet ein responsive Layout – mit angepasster Version für Smartphones und Co. Es gibt wohl ein sehr schickes Menüs, was sich dynamisch einblendet. Das Problem dabei: Das funktioniert nur auf dem neuesten iPhone. Auf vielen anderen Smartphones – so auch bei meinem Android – geht das Menü gar nicht. Niente. Die Seite ist damit nicht mehr benutzbar. Stephanie Rieger führt das sehr deutlich in ihrem Artikel stephanierieger.com/a-plea-for-progressive-enhancement auf und verbindet es mit einem eindringlichen Aufruf für die Berücksichtigung von Progressive Enhancement.

Für mich sind beides Beispiele dafür, dass nicht durchdachte Anpassungen oder Ergänzungen mehr schaden können als nutzen.

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